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ISRAEL

Äthiopisches Blut für «koscher» erklärt

12. Januar 2017
Gesundheitsministerium beendet eine Jahrzehnte dauernde Diskriminierung.

Mit der Erlaubnis für äthiopische Juden, ohne Einschränkungen Blut spenden zu dürfen, wird eine von dieser Bevölkerungsgruppe seit jeher als Diskriminierung empfundene Vorschrift annulliert, die Blutspenden von in Äthiopien geborenen Israeli seit 1977 gebannt hatte. Die neue Verordnung des Gesundheitsministeriums wird am 1. Juli in Kraft treten, wie israelische Zeitungen unter Berufung auf den Ambulanzdienst des «Magen David Adom» (MDA), des israelischen Pendants des Roten Kreuzes, mitteilten. Das Datum für die Freigabe des «äthiopischen» Bluts wurde an einer Sitzung der Knessetkommission für Immigration, Absorption und Diaspora-Angelegenheiten bekanntgegeben. Blutspenden können nun nur noch im Falle eines Israeli zurückgewiesen werden, der über ein Jahr in einem Land zugebracht hat, das von einer weitverbreiteten Krankheit wie HIV/Aids heimgesucht wird. Das Ministerium änderte auch die Regeln für Blutspenden von Homosexuellen und den Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Das äthiopische Thema war Ende 2013 aktuell geworden, als israelische Abgeordnete die Untersuchung der MDA-Blutspendepolitik verlangten, nachdem eine in Äthiopien geborene Abgeordnete als Spenderin zurückgewiesen wurde. Die Parlamentarierin Pnina Tamano-Shata von der Zukunftspartei versuchte, im Rahmen einer speziellen Spendenaktion im Dezember 2013 in der Knesset Blut zu spenden, doch wurde sie mit der Begründung zurückgewiesen, sie sei eine Äthiopierin. Anschliessend sagte man Tamano-Shata, sie könne Blut geben, doch ihre Spende würde eingefroren und nie benutzt werden. [JU]





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