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VOR TRUMPS ISRAELVISITE

Auf beiden Seiten scheinen die Nerven blank zu liegen

16. Mai 2017
Aus Trumps Umgebung: «Westmauer ist nicht Euer Territorium»

Je näher die zweitägige Israelvisite des amerikanischen Präsidenten Donald Trump rückt, umso nervöser scheinen beide Seiten zu werden. Zu viele Divergenzen sind dazu angetan, dass bis dahin ausgesprochen freundschaftliche Klima zwischen Jerusalem und der neuen US-Administration ernsthaft zu trüben. Neben den Meinungsunterschieden, die zwischen den zwei Alliierten in Sachen Standort der US-Botschaft in Israel immer deutlicher zutage treten, kam am Montag ein Wortwechsel hinzu, der sich, wenn die Schilderungen in den israelischen Medien zutreffen, nur als «bitterer diplomatischer Zwischenfall» umschreiben lässt. Ein hochrangiges Mitglied der US-Delegation, welche den Trump-Besuch an Ort vorbereitet, soll dem Vernehmen nach verärgert den israelischen Wunsch zurückgewiesen haben, dass Premier Netanyahu den amerikanischen Gast bei dessen Besuch der Jerusalemer Westmauer begleite. Seinen israelischen Gesprächspartnern soll er laut einem Bericht des israelischen TV-Kanals 2 vom Montagabend schnippisch gesagt haben, die Westmauer «ist nicht Euer Territorium, sondern Bestandteil der Westbank.» Das Büro von Premier Netanyahu bestätigte den Bericht und meinte, die israelischen Offiziellen seien «schockiert» über die Kommentare und hätten bei der Administration Trump um Information über den Zwischenfall nachgefragt. Wohl im Bestreben, eine weitere Trübung der Stimmung zu vermeiden, fügte der Offizielle hinzu, Netanyahu sei überzeugt, dass der Kommentar nicht Präsident Trumps Politik reflektiere. Inzwischen hat ein Sprecher in Washington die israelischen Hoffnungen in dieser Beziehung ausdrücklich bestätigt. Die Worte des Offiziellen, so hiess es, würden nicht der Politik der USA entsprechen. TA





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