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RABAT

Israelischer Abgeordneter im Parlament angepöbelt

10. Oktober 2017
Amir Peretz war an der Spitze einer Delegation in Marokko.

Eine unliebsame Überraschung erlebte der israelische Knessetabgeordnete und ex-Verteidigungsminister Amir Peretz von der Zionistischen Union, als er am Sonntag im marokkanischen Parlament in der Haupstadt Rabat vom Abgeordneten Achsan Abed el-Halak von der radikal-islamischen Arbeiterpartei angepöbelt und aufs Schlimmste beschimpft wurde. Unter anderem bezeichnete el-Halak Peretz als Kriegsverbrecher und als unerwünschten Gast in Marokko. Die Schreierei dauerte rund 15 Minuten. Zum Schluss verliess die israelische Delegation das Parlament, aber nicht bevor ein marokkanischer Senator sich entschuldigte und Peretz als erwünschten Gast bezeichnete. «Diese Minderheit (die radikalen Islamisten) kann weder unser Parlament repräsentieren noch das marokkanische Volk», sagte der Senator. Amir Peretz, der 1952 in Marokko zur Welt gekommen war, und seine Leute nahmen an einer Konferenz der Parlamentarischen Versammlung des Mittelmeerraums (PAM) und der Welt-Handelsorganisation (WHO) teil. Israel und Marokko haben zwar keine offiziellen diplomatischen Beziehungen seit dem Ausbruch der Zweiten Intifada im Jahr 2000, doch jedes Jahr besuchen tausende israelischer Touristen dieses nordafrikanische Land mit seiner reichen jüdischen Geschichte. Peretz selber, der 2005 nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Israelischen Arbeitspartei vom marokkanischen König empfangen worden ist, erklärte nach dem Zwischenfall vom Sonntag, er werde das Land auch weiterhin besuchen. [TA]





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