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DER CLINCH NETANYAHU-MOZES

Israels Medien werden nicht mehr sein, was sie noch vor dieser Wochen waren

12. Januar 2017
Wäre Herzog bei Netanyahus Demission einverstanden mit Kahlon als Premier?

Am Ende einer der stürmischsten Wochen in der israelischen Welt von grossem Geld, Macht und Medien, gab es in der Knesset Gerede über die schmalen Chancen für eine alternative Regierung. Zu diesem Schluss gelang Yossi Verter am Donnerstag in einer «Haaretz»-Analyse. Kreise in der Zionistischen Union, die Oppositionschef Itzhak Herzog nahestehen, sollen Finanzminister Moshe Kahlon (Kulanu) als Premierminister vorgeschlagen haben. Eine alternative Regierung anstelle von Neuwahlen könnte der Rettungshalm sein für Herzogs politische Karriere. Vor genau zwei Jahren habe die so genannte Gesetzesvorlage «Israel Hayom», welche die Gratisverteilung des Adelson-Blattes stoppen wollte, zum Sturz von Netanyahus dritter Regierung geführt. Die jüngsten Berichte würden darauf hindeuten, dass die gegenwärtige Regierung ihre Tage ebenfalls vorzeitig beenden könnte, und zwar indirekt ebenfalls wegen der heute «gestorbenen» Vorlage. Sollte Netanyahu wegen der Entgegennahme von Bestechungen oder dem Vertrauensmissbrauch – zuzüglich zur Annahme von Geschenken des Filmproduzenten Arnon Milchan – unter Ankalge gestellt werden, wäre er zum Rücktritt gezwungen, und seine Regierung würde auseinanderfallen. Dazu Verter: «Damit würde der Traum des Yediot-Verlegers Arnon Mozes wahr werden. Doch es ist zweifelhaft, ob er seinen Sieg würde feiern können. Die beiden erbitterten Feinde, die sich seit Beginn des Jahrzehnts unablässig bekämpfen, könnten zusammen in den Abgrund fallen.» Netanyahu, so fährt Verter fort, handle wie eine Person, die die Erde unter seinen Füssen erzittern fühle. «Die israelischen Medien, und allen voran Yediot Achronot, werden nicht mehr werden, was sie vor dieser Woche gewesen sind. Das Gleiche gilt wahrscheinlich auch für die Politik Israels. Die Israel-Hayom-Vorlage führte 2015 das Ende von Netanyahus dritter Regierung herbei. Die jüngsten Berichte könnten bedeuten, dass eine jetzige Regierung ihre Tage möglicherweise auch frühzeitig beenden wird.» [JU]





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