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FIFA

Keine Intervention in der israelisch-palästinensischen Krise

30. Oktober 2017
Grosse Erleichterung in Israels Fussballwelt.

Der Weltfussballverband FIFA wird in den Problemen zwischen den israelischen und den palästinensischen Fussballbehörden IFA und PFA nicht eingreifen und betrachtet die Angelegenheit als geschlossen. In diesem Sinne äusserte sich am Freitag FIFA-Präsident Gianni Infantino. Der Streit zwischen IFA und PFA dreht sich um sechs, in unteren Ligen spielende israelische Teams, deren Heimbasis Westbank-Siedlungen sind, und die ihre Spiele dort austragen. Laut PFA steht dies im Widerspruch zu den FIFA-Statuten, die festhalten, dass Teams eines Mitgliedstaates keine Spiele auf dem Territorium einer anderen Vereinigung ohne deren Erlaubnis austragen können. Eine weitere Beschwerde der PFA betrifft die Behinderungen ihrer Aktivitäten durch Israel, wie etwa die Reisebeschränkungen von Spielern zwischen der Westbank und dem Gazastreifen, sowie gewisse internationale Reisebeschränkungen. Israel führt Sicherheitsüberlegungen für seine Aktionen ins Feld, während der Israelische Fussballverband erklärt, für die Aktionen ihrer Regierung nicht verantwortlich zu sein. Nach einer Sitzung des FIFA-Rats erklärte Infantino: «Die FIFA hat beschlossen, von der Verhängung irgendwelcher Sanktionen oder anderer Massnahmen gegen IFA oder PFA abzusehen.» Diese Territorien seien eine Angelegenheit für die Behörden des international-öffentlichen Gesetzes, und die FIFA habe neutral zu verbleiben. Im Weiteren bekräftigte die FIFA – sicher zu grossen Erleichterung der israelischen Fussballwelt: «Die Angelegenheit gilt als geschlossen und wird so lange kein Gegenstand weiterer Diskussionen sein, wie der legale und/oder de facto Rahmen sich geändert haben.» In ihrer Verlautbarung gibt die FIFA zu, dass die Situation «aussergewöhnlich komplex» sei, und jede Einmischung der FIFA könnte die fussballerische Situation in der Region erschweren. – Klare Worte, zu denen die FIFA sich angesichts der unablässigen Umtriebe der palästinensischen Seite allerdings schon vor Jahren hätte durchringen können/müssen. [JU]

 





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