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AVIGNON

Kontroverse um kontroverses Theaterstück

13. Juli 2017
Stück beschreibt die letzten Stunden des Mörders von Toulouse.

Jüdische Aktivisten in Frankreich und Verwandte des Terroristen Mohammed Merah, der vier Menschen in einer jüdischen Schule von Toulouse ermordete, protestierten gegen die Aufführung eines Theaterstücks über das Leben des Mörders am prestigeträchtigen Theaterfestival von Avignon in Südfrankreich. «I Love Death as You Love Life» beschreibt im Detail die letzten drei Stunden im Leben Merahs, des Islamisten, der 2012 einen Rabbiner und zwei seiner Söhne zusammen mit einem Mädchen in der Schule erschoss. Merah ermordete auch drei französische Soldaten. Ariel Goldmann, ein Vizepräsident des CRIF, der Dachorganisation der jüdischen Gemeinden in Frankreich, und Sprecher des SPCJ, der Gemeinden-Sicherheitseinheit, nannte in einer Verlautbarung das Stück «eine Schande und Blamage». Das Stück sei ein «Werk der Rechtfertigung, dass fälschlicherweise unter dem Alibi einer künstlerischen Ausdrucksform präsentiert wird.» - Mohamed  Kacimi, der algerische Autor des Theaterstücks, verteidigte seine Arbeit als «alles andere als eine Rechtfertigung oder Rehabilitierung von Merah». Eher sei es eine «Befragung über ein Monster, der von der Gesellschaft geschaffen worden ist». Kritiker, unter anderem das «Nationale Büro für Wachsamkeit gegen Antisemitismus» werfen dem Stück unter anderem die Banalisierung von Merhas Aktionen vor. [TA]





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