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JERUSALEM

Neue Enthüllungen in Sachen Botschaft und Korruptionsaffäre

11. Januar 2017
Israels TV-Kanal 2 liefert Denk- und Gesprächsstoff.
Premier Netanyahu an der wöchentlichen Kabinettssitzung [Keystone]

Der israelische TV-Abend des Mittwochs war wieder einmal voller mehr oder weniger spekulativer Meldungen über die publizistischen Dauerbrenner der letzten Wochen und Monate. So berichtete der TV-Kanal 2 in seinen Haupt-Abendnachrichten über einen möglichen Kompromiss in der Frage der Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. So soll der designierte Botschafter David Friedman, der bereits über drei Wohnungen in Jerusalem verfügt, mit einem kleinen Team seine diplomatischen Zelte effektiv in der israelischen Hauptstadt aufschlagen, während alle anderen Arbeitsbereiche der US-Botschaft laut diesem Bericht in Tel Aviv verbleiben würden. Die offiziellen Stellen in Jerusalem, Washington und Ramallah nahmen zunächst keine Stellung zu diesem medialen Versuchsballon, doch dürfte dieser im Zusammenhang stehen mit den ultimativen Drohungen der palästinensischen Seite, im Falle einer Verlegung der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem die bisher vollzogenen Anerkennungen Israels auf allen Ebenen zu annullieren. Dann schreibt «Haaretz» von neuen Details bezüglich des angeblichen Bestechungsdeals, der zwischen Premierminister Netanyahu und Arnon «Noni» Mozez, dem Verleger von «Yediot Achronot», ausgehandelt worden sein soll. Im Kern des diskutierten Handels stand eine scharfe Veränderung in der Berichterstattung über den Regierungschef durch die Yediot-Gruppe. Netanyahu seinerseits soll versprochen haben, eine Gesetzesgebung zu fördern, die dem Gratisblatt «Israel Hayom», dem stärksten Konkurrenten des Mozez-Imperiums, schweren Schaden zufügen würde. Unter anderem sollte das Blatt gezwungen werden, seinen Status als Gratiszeitung aufzugeben. - «Haaretz» will über Informationen verfügen, wonach Arnon Mozez alles in seiner Macht stehende tun würde, um Netanyahu zu ermöglich, so lange im Amt zu bleiben wie er dies wünsche. Die Verhandlungen zwischen den beiden ehemaligen Erzfeinden sollen 2014 zuerst stürmisch verlaufen und dann auf Sand gelaufen sein. Laut Quellen im israelischen Justizministerium sind sich hohe Stellen in Polizei und Staatsanwaltschaft darin einig, dass es sich bei dem von Mozez Netanyahu offerierten Deal klar um Bestechung handle. [JU]





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