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KANADA

Offizielles Nachgeben gegenüber «Made in Israel»

17. Juli 2017
Westbankprodukte vorerst aus dem Schneider.

Die kanadischen Behörden haben eine Richtlinie zurückgezogen, die verhindern wollte, dass in der Westbank produzierte Produkte die Etikette «Made in Israel» tragen würden. In einer Verlautbarung erklärte die kanadische Nahrungsmittel- und Inspektionsagentur, dass zwei Weine, die unter den Etikettenbannn gefallen waren, effektiv dem Freihandelsabkommen zwischen Kanada und Israel entsprechen würden und wie etikettiert verkauft werden könnten. Die zwei in der Westbank hergestellten Weine wurden vorübergehend aus den Regalen von Spirituosengeschäften in der Provinz Ontario entfernt, was eine Aufruhr unter jüdischen Gruppen und israelischen Diplomaten auslöste. Jüdische Organisationen, die heftig gegen die Etikettierungsbeschränkungen lobbyiert hatten, hiessen die neue Nachricht willkommen. Man sei erfreut und erleichtert darüber, dass die betroffenen Produkte nun ohne eine neue Etikettierung verkauft werden dürften. Die Sache habe gedroht, die Bemühungen der BDS-Bewegung für Boykotte, Sanktionen und Diverstitionen zu unterstützen. Mitte letzter Woche hatte der Liquor Control Board der Provinz Ontario Verkäufer ersucht, aus der Westbank importierte Weine aus ihren Regalen zu entfernen und sie nicht länger zu importieren, falls sie als Produkte Israels gekennzeichnet würden. Der Board berief sich dabei auf einen Beschluss der Canadian Food Inspection Agency, wonach Weinprodukte, die in der «besetzten Westbank» gezüchtet, fermentiert und für den Verkauf vorbereitet worden seien, nicht als «Produkt von Israel» etikettiert werden könnten. – Israel und Kanada haben 1996 ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. «Wir haben das Freihandelsabkommen nicht voll berücksichtigt», sagte die Agentur. «Die betroffenen Weine entsprechen dem Abkommen, und wir können daher bestätigen, dass die Produkte wie derzeit etikettiert verkauft werden können.» [TA]





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