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DEUTSCHLAND

Rechtsextremismus aus reichem Haus

12. Januar 2017
Der deutsche Merck-Konzern erklärt das rechtsextreme Engagement eines Gesellschafters zur «privaten Angelegenheit». Markus Stangenberg-Haverkamp war bereits Ende 2006 bei einer Konferenz von Holocaust-Leugnern aktiv.

Der deutsche Merck-Konzern, Umsatz heute rund 13 Milliarden Euro jährlich, ist seit Ende des 17. Jahrhunderts tätig im Chemie- und Pharmaziebereich. Er ist noch heute weitgehend in Familienbesitz. Zu den Mitgliedern der Gesellschafterversammlung gehört auch Markus Stangenberg-Haverkamp, Sohn des Merck-Vorstandsvorsitzenden Frank Stangenberg-Haverkamp.

Nun belegen die beiden Journalistinnen Andrea Röpke und Caterina Woj in einem Film des Westdeutschen Rundfunks WDR, dass der Merck-Gesellschafter Markus Stangenberg-Haverkamp seit vielen Jahren in rechtsextremistischen Kreisen tätig ist. Bereits vor über zehn Jahren nahm er beispielsweise an einer Konferenz von Holocaust-Leugnern in Teheran teil. Unter den Teilnehmenden war damals auch der Schweizer Holocaust-Leugner, nebst vielen Deutschen Rechtsextremisten. Das ist noch nicht alles. Der Film belegt auch, dass sich der Merck-Gesellschafter, der in der Szene unter dem Namen Markus Haverkamp auftritt, nicht als «deutsch» sondern als «reichsdeutsch» sieht und sich als Übersetzer engagiert. Er ist auch im «Deutschen Kolleg» aktiv, das vor über zwanzig Jahren vom Holocaust-Leugner Horst Mahler gegründet wurde.

Die beiden Filmautorinnen konfrontierten auch den Merck-Konzern mit den Resultaten ihrer Recherche. Merck bezeichnete die Verbindungen von Markus Stangenberg-Haverkamp als „private Angelegenheit», auch habe dessen «gesellschaftliche Gesinnung keine Relevanz für das Unternehmen». [HS]





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