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INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE VON VENEDIG

Silberner Löwe für israelischen Film

11. September 2017
Mit dem Dreiakter «Foxtrot» hat Israel einen mutigen, spannenden, von Ironie bis Sarkasmus durchzogenen und ergreifenden Wettbewerbsbeitrag an den internationalen Filmfestspielen von Venedig präsentiert.
Sichtlich zufrieden zeigt sich der israelische Regisseur Samuel Moaz an der Preisverleihung über den silbernen Löwen.

Am Samstagabend konnte Regisseur Samuel Moaz (Foto) den silbernen Löwen von der Jury in Empfang nehmen. Er erhielt bereits für seinen Film «Lebanon» einen Preis in Venedig. «Foxtrott» erzählt von der israelischen Familie Feldman, die durch den Tod des Sohns und Soldaten Jonathan im Dienst zerrüttet wird. Eindringlich führt Regisseur Samuel Moaz die Dilemmata einer Gesellschaft vor Augen zwischen Kriegsrealität und der Suche nach Alternativen bis hin in den Alltag sozusagen jeder israelischen Familie (tachles berichtete). Hauptdarsteller Lior Ashkenazi brilliert an der Seite von Sarah Adler, während das Skript oft in unnötige Wendungen abdriftet und der Film dies mit hervorragender, aber überladener Kamera- und Schnitttechnik zu kompensieren versucht. Vom grossen israelischen Antikriegsdrama «Waltz with Bashir» (2008) bis hin zu «Apocaplypse Now» (1979) – es finden sich viele Anspielungen an die grossen Vorbilder. Ein wichtiger Film allemal, der an der Premiere in Venedig für lange Standing Ovations und unter Israels rechtsnationalen Politikern für Verstimmung sorgte. Israels Kulturministerin Miri Regev warf dem Film vor, dass er der Boycott Israel Bewegung (BDS) Aufwind geben würde. Dass sie den Film nie gesehen habe, vermuteten Israels Filmschaffende am Festival in Venedig lautstark, ob des absurden Urteils über ein durch und durch israelischen Gesellschaftsdrama. [YK]





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