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ISRAEL

Teilnahme an Homo-Hochzeit und die Folgen

13. September 2017
Shas-Abgeordneter demissionierte, entschuldigte sich aber nicht.
Yigal Guetta

Der Knessetabgeordnete Yigal Guetta von der orthodox-sefardischen Shas-Partei hat auf Druck von Rabbinern die Partei verlassen müsen. Grund: Er hat an der Homo-Hochzeit seines gleichgeschlechtlich veranlagten Neffen teilgenommen. «Meine ganze Familie ging zu dieser Hochzeit», sagte Guetta. «Normalerweise schreibe ich ihnen nicht vor, an welche Anlässe sie gehen sollten und an welche nicht. Dieses Mal aber erklärte ich ihnen, die Teilnahme an der Hochzeit sei ein Muss. Vor der Zeremonie sagte ich den Kindern: Wir werden ihn glücklich machen, denn er ist der Sohn meiner Schwester. Ich will aber, dass Ihr wisst, dass diese Hochzeit laut der Tora verboten und ein Greuel ist. Ich habe hier keinen Spielraum.» Die charedische Empörung folgte auf dem Fuss. In einem Brief erklärten fünf prominente Rabbiner, Guetta habe «Gottes Willen öffentlich entweiht, indem er seine Familie zwang, an einer verbotenen Hochzeit teilzunehmen.» Das sei eine «enorme Beleidigung», zitierten Medien aus dem Brief. Guetta weigerte sich, sich zu entschuldigen und zog es vor, die Shas-Partei zu verlassen, bevor der Rat der Toraweisen ihn dazu gezwungen hätte. Dem Vernehmen nach erhielt der Abgeordnete überraschenderweise die Unterstützung von Innenminister und Parteichef Arie Deri. Dieser akzeptierte die Demission und meinte, Guetta könne trotzdem noch eine Rolle in der Partei und ihr angegliederten Bewegungen spielen. [JU]





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