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JERUSALEM

Umfrage: Sollte Netanyah gehen?

8. August 2017
Das Spekulationskarrussel beginnt sich zu drehen.

Die Zuspitzung der Korruptionsuntersuchung gegen Premier Netanyahu löst in Israel die erwartete mediale Welle spekulativer Umfragen bezüglich der Nachfolge im Falle einer Anklageerhebung gegen den heutigen Regierungschef aus. TV-Kanal 10 publizierte am Sonntag Erkenntnisse, denen zufolge zwei Drittel der Interviewten für den Fall einer Anklage Bibis Rücktritt erwarten. 21 Prozent meinten dagegen, dass er im Amt verbleiben soll, während 13 Prozent keine Antwort wussten. 51 Prozent glauben seinen Unschuldsbeteuerungen nicht, im Gegensatz zu 27 Prozent, die ihm glauben und 22 Prozent, die keine Meinung haben. Nicht unbedingt zu erwarten war, dass bei Neuwahlen mit Netanyahu an der Spitze des Likuds die Partei nur 27 Sitze erringen würde, die oppositionelle Zionistische Union deren 22, die Zukunftspartei (Lapid) 18 Mandate, die Vereinigte Arabische Liste 11, das Jüdische Haus (Bennett) neun, und Israel Beiteinu (Lieberman) acht Mandate. Es folgen Kulanu (Finanzminister Kahlon) und das Vereinigte Torah-Judentum mit je sieben, während Shas (Innenminister Deri) nur sechs Mandate erringen würde. - Ohne Netanyahu an der Spitze würde der Likud laut Kanal 10 auf stolze 31 Sitze kommen, die Zionistische Union dagegen auf 20 Plätze zurückfallen. Die Zukunftspartei müsste sich mit 16 Sitzen begnügen, die Vereinigte Liste bekäme 11 Mandate, das Jüdische Haus deren 10, und Israel Beiteinu acht. Shas hingegen würde nicht über fünf Sitze hinauskommen. 23 Prozent der Interviewten beantworteten die Frage nach dem ihrer Meinung nach geeignetsten Mann als Anführer der israelischen  Rechten mit Gideon Saar, dem ex-Minister des Likuds. Mit 11 Prozent schon klar weniger wollen Bildungsminister Naftali Bennett (Das Jüdische Haus) an der Spitze sehen, neun Prozent Verteidigungsminister Lieberman und nur fünf Prozent würden auf Justizministerin Ayelet Shaked setzen. Quintessenz der Umfrage: Bibis Abtreten von der politischen Bühne würde dem Likud den Rücken wesentlich stärken, doch auch die divesern, jetzt köchelnden Skandale reichen kaum aus, um Mitte-Links in Israel an die politische Macht zurückzubringen. [JU]





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