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BELGIEN

Zeitung feuert Kolumnisten, der den Jerusalemer Auto-Terroristen gelobt hat

11. Januar 2017
Der aus Libanon stammende Mann hatte zu gewalttätigen Attacken auf jüdische Israeli aufgerufen.

Die links-orientierte, in flämischer Sprache erscheinende belgische Zeitung «De Standaard», erklärte am Montag, sie werde keine Kolumnen aus der Feder von Dyab Abou Jahjah mehr publizieren, einem in Libanon geborenen Aktivisten aus Belgien, der zu gewalttätigen Attacken auf jüdische Israeli aufgerufen hat. Einen Tag zuvor hatten belgische Juden auf Twitter Abou Jahjahs Bemerkungen verurteilt, in denen unter anderem zu lesen war: «Auf jeden Fall nötig, befreit Palästina». Diese Zeilen folgten auf einen Anschlag eines palästinensischen Terroristen, der in Jerusalem einen Lastwagen durch eine Gruppe von Soldaten gefahren war und dabei vier Soldaten getötet und 13 verletzt hatte. Der Fahrer, der bei seiner Tat erschossen wurde, soll ein Anhänger des «Islamischen Staats» (IS) gewesen sein. Auf Facebook bezeichnete er sein Attentat «nicht als Terrorismus sondern als Widerstand». Abu Jahjah, ein Anhänger der Hizbollah, der Israel des Genozids bezichtigt hatte, schrieb seit drei Jahren eine wöchentliche Kolumne für «De Standaard». In einem Editorial, in dem die Zeitung die Entlassung des Kolumnisten bekanntgab, schrieb die Redaktion: «Die Debatte hat Grenzen, und für uns befindet sich diese vor der Unterstützung von Gewalt jeder Art.» Das Forum jüdischer Organisationen der flämischen Juden gab sich «schockiert» über Abou Jahjahs Bemerkungen und appellierte an gewisse Medien, die ihm eine Plattform offerieren würden, seine Schriften nicht mehr zu publizieren. Nach den Anschlägen vom 11. September in New York sprach Abou Jahjah von einem «Gefühl des Siegs». Antwerpen mit seiner grossen Gemeinde orthodoxer Juden nannte er die «internationale Hauptstadt der zionistischen Lobby». [TA]





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