Schockierende Bilanz jüdischer Gemeinden für 2025.
Laut einer neuen Studie des Dachverbandes «Jewish Federations of North America» (JFNA) haben jüdische Gemeinschaften in den USA 2025 über eine Milliarde Dollar für Sicherheitsmassnahmen ausgegeben: ein Rekordwert und ein Anstieg um ein Drittel gegenüber dem vorherigen Rekordjahr 2024. Die am Donnerstag veröffentlichten Ergebnisse dokumentieren durchschnittliche Sicherheits-Aufwendungen von je 225.000 Dollar für Gemeindezentren, Synagogen, Schulen, Sommercager und gemeinnützige Organisationen.
JFNA-Präsident und CEO Eric Fingerhut spricht daher gegenüber «eJewishPhilanthropy» von einer unmöglichen Lage für die jüdische Gemeinschaft: «Man muss enorme Summen für Sicherheitsmassnahmen bereitstellen, nur um in diesem grossartigen und freien Land ein voll entfaltetes, blühendes jüdisches Leben führen zu können.» Keine andere Religionsgemeinschaft müsse derartige Ausgaben für ihren Schutz an Orten der Religionsausübung und der gemeinschaftlichen Zusammenkunft tätigen.
Den neuesten FBI-Daten zufolge bleiben Juden in den USA mit knapp zwei Dritteln der Vorfälle die am häufigsten von Hassverbrechen betroffene Religions-Gemeinschaft. Dabei ist deren Zahl 2024 von 1938 auf 1528 zurückgegangen. Jüdische Organisationen drängen den US-Kongress daher beharrlich auf die Verabschiedung des parteiübergreifenden «Jewish American Security Act», der eine Milliarde Dollar für ein Förderprogramm zur Sicherheit gemeinnütziger Einrichtungen vorsieht und Antisemitismus im Internet, an Hochschulen und im ganzen Land wirksamer zu bekämpfen verspricht.
Dabei lässt die JFNA-Studie zu den Sicherheitskosten jene für Unternehmen ausser acht – darunter mehr als 1600 koschere Restaurants und 500 Geschäfte (wie Lebensmittelläden, Judaica-Shops und Buchhandlungen). Müssten Gemeinschaften nicht derart in ihren Schutz investieren, wäre laut Fingerhut etwa die Unterstützung von 44.000 Kinder bei jüdische Tagesschulen und die Kostendeckung für alle Teilnehmer an jüdischen Ferienlagern möglich.
Der Grossteil der Sicherheitskosten geht auf Personal; dazu kommen Vorkehrungen an Fenstern und Türen, die Verbesserung der Videoüberwachung und die Installation von Pollern vor Gebäuden. Dennoch hat Fingerhut keine Zweifel am Selbstbewusstsein der Community: «Wir werden nicht zulassen, dass jüdisches Leben aufgrund von Sicherheitskosten eingeschränkt wird» (Link).